Seitdem im Jahr 2003 mit dem australischen Gold Bullion Securities der erste und 2004 mit dem US-amerikanischen SPDR Gold Shares ETF der volumenmäßig bis heute größte mit physischem Gold hinterlegte ETF starteten, haben sich die verwalteten Goldbestände fast kontinuierlich erhöht. 2007 wurde in der Währungsunion der in Euro denominierte, börsengehandelte ETC Xetra-Gold eingeführt, der zu 100 Prozent mit physischem Gold abgesichert ist. Nach aktuellen Daten des World Gold Council haben die weltweiten Goldbestände in ETFs und ETCs Ende 2025 erstmals die Schallmauer von 4.000 Tonnen durchbrochen und im März 2026 mit 4.156 Tonnen ihren vorläufigen Höchstwert erreicht.
Rückgang der Goldnachfrage im Schmucksektor
Während der Goldhunger der Zentralbanken auch 2026 anhält – die Nachfrage im ersten Quartal 2026 übertraf mit 243,7 Tonnen sogar die des Vorjahresquartals –, verzeichnet vor allem die Schmuckindustrie in Asien einen massiven Einbruch. Im ersten Quartal 2026 waren es knapp -23 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im zweiten dürfte sich an der Lage kaum etwas ändern. Verantwortlich dafür sind der starke Goldkurs und die Erhöhung des Importzolls für Gold von 6 auf 15 Prozent in Indien, einem der wichtigsten Märkte für die Schmuckproduktion.
Asien: Goldbestand in ETFs seit 2016 um mehr als das 11-fache gestiegen
Nicht nur die chinesische und die indische Zentralbank bauen ihre Goldreserven massiv aus – auch institutionelle Investoren und Privatanleger sorgen für eine schnelle Ausweitung des von ETFs verwalteten Goldbestands. Allerdings nehmen sich die inzwischen 528 Tonnen (Stand: 22. Mai 2026) gegenüber den weltweit größten Goldfonds in den USA mit einem Gesamtbestand von 2.084 Tonnen und 1.442 Tonnen in Europa eher bescheiden aus. Gemessen allein an der Wachstumsrate dürfte Asien jedoch auch perspektivisch die Rangliste weiter anführen.