Es gibt für Privatanleger viele Möglichkeiten, ein klassisches Aktien-/Anleihen-Portfolio zu diversifizieren. Der einfachste Weg mit guter Risikostreuung führt über Indizes, zum Beispiel für Rohstoffe. Allerdings ist bei Rohstoff-Indizes wie dem Bloomberg Commodity Index oder dem S&P GSCI Index die Anlageklasse Gold in der Regel unterrepräsentiert – mit 14,9 beziehungsweise 7,2 Prozent. Das zeigt sich, wenn man den Beitrag der einzelnen Rohstoffgruppen zur Portfoliodiversifikation und zur Performance betrachtet. Genau dies hat der World Gold Council, der Branchenverband der Goldindustrie, in der Anfang August veröffentlichten Studie „Gold: The most effective commodity investment" untersucht – mit aufschlussreichen Erkenntnissen.
Gold vs. andere Rohstoffe: bessere Performance, geringere Volatilität
In der Studie wurden die Preisentwicklungen von Gold mit denen von Industriemetallen, Silber, Agrarprodukten, Vieh, Energien (Öl, Gas) sowie dem Rohstoffsektor insgesamt verglichen, und zwar über Zeiträume von einem Jahr, drei, fünf, zehn sowie 20 Jahren (Juni 2006 bis Juni 2026). Außer in den vergangenen drei Jahren, in denen Silber am besten abschnitt, ließ Gold regelmäßig alle anderen Rohstoffe hinter sich. Auch bei der Volatilität schnitt Gold besser ab als die meisten anderen Rohstoffe: Silber wies in den vergangenen 20 Jahren mit 33,54 Prozent eine doppelt so hohe Volatilität auf wie Gold mit 17,52 Prozent.
In Krisenzeiten ist Gold unter den Rohstoffen die erste Wahl
Die Studie verglich zudem die Wertentwicklung von Gold und dem Rohstoffsektor insgesamt – anhand des Bloomberg Commodity Index – während der zehn verlustreichsten Quartale des MSCI USA Index (stellvertretend für den US-Aktienmarkt) von 1974 bis 2018. In acht von zehn untersuchten Fällen trug Gold deutlich stärker zur Reduzierung von Portfolio-Verlusten bei als der Rohstoffsektor insgesamt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Gold-Allokation im Rahmen einer Portfoliodiversifikation über einen Rohstoffindex nicht ausreicht, um die Vorzüge des Edelmetalls im Portfolio voll auszuschöpfen. Börsenprofis empfehlen vielmehr einen Goldanteil von 5 bis 10 Prozent im Depot.