Die Zahl des Monats: 1. Mai 2027

Aktuelles

Ein Grund für die anhaltend hohe Goldnachfrage, besonders von Schwellenländern und China, ist das Streben nach Entdollarisierung. Diese Nationen möchten ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von der globalen Leitwährung US-Dollar reduzieren. Und sie sind mit ihren Bestrebungen nicht länger allein: Ab 1. Mai 2027 kann jeder Bewohner von Texas sämtliche Ausgaben mit Gold tätigen – sofern der jeweilige Einzelhändler oder Dienstleister dies akzeptiert. Als legales Zahlungsmittel gilt Gold in Texas und anderen US-Staaten wie Florida, Utah und Louisiana schon lange, und elf weitere Bundesstaaten arbeiten an einer entsprechenden Gesetzgebung, um ihren Bewohnern zu ermöglichen, in der „Währung“ Gold zu wirtschaften.

Die Idee: Mit Bezahlkarte aus dem eigenen Goldbestand bezahlen

Um möglichst viele Einzelhändler und Dienstleister zur Teilnahme zu bewegen, wird gerade an einem speziellen elektronischen Zahlungssystem gearbeitet, das es Konsumenten ermöglicht, via Bezahlkarte oder Smartphone-App direkt auf ihr bei der Bank lagerndes Gold zuzugreifen und beim Händler zum jeweiligen Dollarkurs zu bezahlen. Der Hintergedanke ist dabei, der Inflation und der damit verbundenen Dollar-Entwertung entgegenzuwirken. Der ultrakonservative US-Finanzautor Kevin Freeman kommentiert die Bemühungen um eine Entdollarisierung wie folgt: „Laut der Fed soll der US-Dollar drei Funktionen erfüllen: Zahlungsmittel, Wertmaßstab und Wertspeicher. Letztere Aufgabe erfüllt der Dollar leider nicht.“ Und tatsächlich hat der US-Dollar seit der Jahrtausendwende gegenüber Gold laut Monthly Gold Compass bis heute 93,8 Prozent an Kaufkraft verloren.

Wie sieht es mit den Transaktionskosten aus?

Zugegebenermaßen ist der Gedanke, Gold zu kaufen und langfristig zu halten, und gleichzeitig mit kleinen Anteilen daraus tägliche Ausgaben zu bestreiten, durchaus reizvoll. Es entstehen jedoch bei jedem Kauf oder Verkauf von Goldbarren – und vor allem beim kleinteiligen Verkauf, der unweigerlich bei der Verwendung der eigenen Goldbestände in US-Dollar zur Zahlung beim Händler erfolgt – Transaktionskosten, die gerade bei kleinen Goldmengen sehr hoch sind. Nutzer dieses neuen Zahlungssystems können von Handelspannen wie bei Xetra-Gold, die genauso eng sind wie im Handel von Blue-Chip-Aktien an der Börse, nur träumen.