Im Juli 2026 haben Archäologen im Nordwesten Ägyptens in Marina El Alamein, wo einst die blühende Stadt Leukaspis lag, nach Angaben des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer 18 antike Gräber entdeckt, die ein Kuriosum aufweisen: Allen 18 Toten waren die Zungen entfernt und durch insgesamt 24 goldene Blättchen in Zungenform ersetzt worden. Der Hintergrund für dieses seltsam anmutende Ritual liegt in der damaligen Überzeugung der Menschen dort. Während der Tod heute häufig als „letzte Ruhe" oder „ewiger Frieden" bezeichnet wird, wurde es im Alten Ägypten zunächst richtig stressig. Bevor an Totenruhe überhaupt zu denken war, musste sich jeder Verstorbene erst einmal einem göttlichen Gericht stellen. Dieses Gericht entschied, wie es mit dem Toten weiterging.
„42" ist nicht nur die Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest
Dass die Zahl 42 unter Computer-Nerds und Science-Fiction-Fans seit vielen Jahrzehnten einen humorvollen Ehrenplatz einnimmt, liegt am britischen Autor Douglas Adams, der in seiner Romanreihe „Per Anhalter durch die Galaxis" einen Supercomputer exakt diese Zahl als Antwort auf alle Fragen der Menschheit ausrechnen lässt. Adams wurde häufig gefragt, wie er auf diese Zahl kam, und betonte immer wieder, dass er sie rein zufällig wählte. Ist es also nur ein Zufall, dass in der altägyptischen Mythologie das Gericht über die Verstorbenen aus 42 Göttinnen und Göttern bestand?
Nur mit goldener Zunge konnten Tote mit den Göttern sprechen
Es ist nicht ganz klar, ob das Sprichwort „mit goldener Zunge reden" seinen Ursprung im Alten Ägypten hat. Tatsache ist jedoch, dass es nach damaliger Überzeugung die einzige Möglichkeit war, vor dem göttlichen Gericht seine Stimme zur Verteidigung bzw. Rechtfertigung zu erheben. Übrigens fanden sich im Laufe der Ausgrabungsarbeiten der letzten Jahrzehnte bei den Toten nicht nur goldene Zungen, sondern manchmal auch goldene Sandalen. Waren diese womöglich als Mittel gedacht, um sich am Gericht der Götter vorbeizuschleichen?