Auch in den vergangenen Tagen gab es an den Finanzmärkten und in den Medien naheliegenderweise ein Thema, das alles andere dominierte, nämlich die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Über die Osterfeiertage hinweg ließen die Kampfhandlungen nicht nach, und an den Finanzmärkten geriet immer mehr der Dienstag in den Fokus, an dem um 20 Uhr Washingtoner Zeit das Ultimatum des US-Präsidenten Donald Trump an die iranische Führung ablief.
Waffenruhe und mögliche Öffnung der Straße von Hormuz
Kurz vor Ablauf des Ultimatums einigte man sich unter Vermittlung Pakistans auf eine zweiwöchige Waffenruhe. Diese Vereinbarung soll insbesondere auch die Öffnung der Straße von Hormuz beinhalten, was wiederum die Exporte vieler Rohstoffe (Erdöl, Erdgas, Düngemittel, Helium, etc.) ermöglichen würde. Der komplette Stillstand dieser Exporte hatte die starken Bewegungen an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen ausgelöst: Die steigenden Preise für Erdöl und Erdgas hatten höhere Renditen, steigende Zinserhöhungserwartungen an die Notenbanken, einer festeren US-Dollar und somit starken Gegenwind für die Goldpreise zur Folge.
Konjunkturdaten bleiben im Hintergrund
Konjunkturdaten – wie beispielweise die am Karfreitag veröffentlichten Daten zum US-Arbeitsmarkt im März – spielen momentan weiterhin nur die zweite Geige hinsichtlich der Kursveränderungen an den Finanzmärkten.
Reaktionen der Märkte auf die Waffenruhe
Nach der Verkündung der Waffenruhe kam es zu einer starken Gegenbewegung verglichen mit der Kursentwicklung seit Kriegsbeginn an den Finanzmärkten: Die Ölpreise gaben rund 15 Prozent ab, Aktienkurse stiegen, die Renditen der Staatsanleihen fielen zurück, der US-Dollar wertete ab, die Edelmetallpreise zogen an. Im gestrigen Tagesverlauf häuften sich dann jedoch Meldungen, die unterstreichen, wie fragil diese Waffenstillstandsvereinbarung weiterhin ist, was die Risikofreude wiederum etwas dämpfte.
Goldpreis-Entwicklung: Hohe Volatilität rund um Ostern
Immerhin notieren die Goldpreise aktuell moderat höher als heute vor einer Woche: Notierten sie am Donnerstagmorgen vergangener Woche bei 4.605 US$ pro Unze, lugten sie am Karfreitag im asiatischen Handel kurz über die Marke von 4.800, fielen allerdings gleichtägig bis auf 4.555 zurück und beendeten die Woche bei 4.675– ganz schön was los für einen in vielen Ländern beachteten Feiertag. Nach mehr oder weniger Seitwärtshandel am Montag und Dienstag sprangen die Notierungen in der Nacht auf Mittwoch aufwärts auf 4.855. Nachdem die Sorgen um den Bestand der Waffenruhe wieder zunahmen, ging es retour auf 4.700, bzw. beim Schreiben dieser Zeilen am Donnerstagmorgen auf 4.715 US$ pro Unze.
Xetra-Gold: Preisbewegungen im Wochenverlauf
Der Xetra-Gold-Preis legte ebenfalls zu: Während der üblichen Handelszeiten ging es von knapp 128,50 € je Gramm zum Handelsauftakt am vergangenen Donnerstagmorgen auf etwa 130,15 am Gründonnerstagabend. Mittwochmorgen wurde das Wochenhoch bei 132,60 erzielt, bevor es auch hier wieder retour ging. Heute Morgen startet es gegen 9.00 Uhr bei rund 130,20 € pro Gramm in den Handelstag.
Ausblick: Energiepreise, Renditen und Inflation im Fokus
Die Meldungen aus dem Nahen Osten sowie die Entwicklung der Erdölpreise und der Renditen dürften weiterhin die Richtung an den Finanzmärkten vorgeben. Die Daten zu den US-Verbraucherpreisen am morgigen Freitag werden uns einen Hinweis geben, wie stark die höheren Energiepreise in den USA auf die Inflation durchschlagen werden.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames Wochenende.