Konsolidierung auf hohem Niveau

Marktkommentar

Rückenwind erhielten die Goldpreise am vergangenen Freitag durch die nach dem Urteil des Supreme Courts in den USA wieder wachsenden Unsicherheiten über die US-Zoll- und Handelspolitik. Dieser hatte die Grundlage für einen Großteil der im vergangenen Jahr von US-Präsident Donald Trump verkündeten Importzölle als rechtswidrig erklärt, woraufhin diese unmittelbar aufgehoben werden mussten. Die Finanzmärkte interessierte dabei weniger die Frage, ob die Zolleinnahmen in nicht unbeträchtlicher Höhe an die Importeure zurückgezahlt werden müssen, sondern wie es zukünftig um die Handelspolitik der USA bestellt sein werde.

Neue US-Zölle sorgen für zusätzliche Marktvolatilität

Am Dienstag dieser Woche traten neue Zölle in Kraft, die für alle Staaten der Welt nun zehn Prozent betragen und demnächst auf 15 Prozent angehoben werden sollen. Diese gelten bis 24. Juli, für die Zeit danach kündigte die US-Regierung – Stand heute - neue Zölle auf einer anderen Grundlage an. Da Finanzmärkte Unsicherheit nicht mögen, waren sichere Häfen gefragt. Der Schweizer Franken, Staatsanleihen und insbesondere auch Gold profitierten hiervon.

Geopolitische Risiken und Terminmärkte stützen Gold zusätzlich

Zudem dürfte im Umfeld der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das iranische Atomprogramm momentan eine geopolitische Risikoprämie in den aktuellen Notierungen enthalten sein. Auch an den Options- und Terminmärkten scheint die Stimmung in der vergangenen Woche wieder optimistischer geworden zu sein: Spekulativ orientierte Marktakteure erhöhten sowohl die Netto-Long-(Kauf-)Positionen in Goldtermingeschäften als auch in stärkerem Ausmaß an den Optionsmärkten. Hier waren insbesondere Optionen mit Basiswerten weit über dem aktuellen Kursniveau gefragt; einige Marktteilnehmer rechnen also mit starkem Aufwärtspotenzial. Sollte auch die Nachfrage aus China nach der Feiertagswoche aufgrund der Neujahrsfeierlichkeiten wieder anziehen, könnten sich die Goldpreise kurzfristig weiter auf hohem Niveau stabilisieren.

Goldpreisentwicklung der vergangenen Woche im Überblick

Notierten die Goldpreise am Mittwochnachmittag vergangener Woche bei 4.990 US$ pro Unze stiegen sie in den Folgetagen recht kontinuierlich an, und zwar bis auf knapp 5.250 Dienstagnacht zum Handelsstart in Asien. Nachdem aber trotz der Wiedereröffnung des Handels in China zunächst die unmittelbar erwartete starke Nachfrage ausblieb, kam es zu Gewinnmitnahmen, die für einen gleichtägigen Rücksetzer auf 5.100 sorgten. Seitdem bewegten sich die Goldpreise meist zwischen 5.150 und 5.220 US$ pro Unze. Beim Schreiben dieser Zeilen am Donnerstagmorgen wird Gold bei 5.185 gehandelt, also rund vier Prozent teurer als in der vergangenen Woche.

Xetra-Gold folgt dem internationalen Trend

Der Xetra-Gold-Preis bewegte sich häufig nahezu parallel: Während der üblichen Handelszeiten ging es von 135,60 € je Gramm am vorvergangenen Mittwochnachmittag aufwärts bis auf 142.15 am Montagnachmittag. Auch hier wurden dann Gewinne mitgenommen und es ging abwärts auf rund 139 am Dienstagnachmittag, bevor es wieder retour auf knapp 142 anstieg. Aktuell wird es bei rund 141,20 € pro Gramm gehandelt.

Ausblick: Monatsende und US-Konjunkturdaten im Fokus

Heute und morgen dürften Monatsenddispositionen die Kursrichtung vorgeben. In der kommenden Woche stehen eine Vielzahl von US-Konjunkturdaten im Datenkalender, inklusive des Arbeitsmarktberichts für den Monat Februar.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine sonniges Vor-Frühlingswochenende und einen guten Start in den Monat März.