Fünf Jahre Goldrausch bei den Notenbanken

Aktuelles

Seit dem Ende des letzten Goldstandards, dem Bretton-Woods-System, haben Zentralbanken nicht mehr so viel Gold als Teil ihrer Fremdwährungsreserven gehalten wie in den letzten Jahren. Von 2020 bis heute haben Zentralbanken weltweit kontinuierlich ihre Goldreserven ausgebaut und zeichnen seit 2022 für rund 20 Prozent der jährlichen globalen Goldnachfrage verantwortlich. In dieser Zeit hat Gold auch US-Staatsanleihen als wertmäßig größten Anteil an Zentralbankreserven abgelöst und dient vielen Ländern als Mittel der Wahl, um vom US-Dollar unabhängiger zu werden. Seit 2020 ist das Edelmetall 265 Prozent wertvoller geworden, was zahlreiche Notenbanken zur Neubewertung ihrer Fremdwährungsreserven gezwungen hat. 

Einige Fremdwährungsreserven bestehen überwiegend aus Gold

In den USA und Deutschland stellt Gold mehr als zwei Drittel der gesamten Devisenreserven. Die Deutsche Zentralbank meldete 2025 einen Goldanteil von 75,8 Prozent, die US-Notenbank Fed sogar 76,4 Prozent, was 8.133 Tonnen Gold entspricht. Damit verfügt die Fed über die größten Goldreserven der Welt. Auch die Fremdwährungsreserven der italienischen und französischen Zentralbanken bestehen zum überwiegenden Teil aus Gold, was das Vertrauen der Institute in das Edelmetall als sicheren Hafen und Wertspeicher belegt. Dies spiegeln auch die Ergebnisse der jährlichen Notenbankenumfrage des World Gold Council wider.

Diese Zentralbanken haben ihre Goldreserven am stärksten ausgebaut

Länder wie China und Indien, bei denen Gold traditionell nur einen relativ kleinen Teil der Devisenreserven ausmacht, haben in den letzten fünf Jahren massiv nachgekauft. Allein China hat seit 2020 über 357 Tonnen Gold erworben, Indien 245 Tonnen. In Europa sind es speziell zwei Staaten, die ihre Goldreserven seit 2000 deutlich erhöht haben: Polen mit 314 Tonnen und die Türkei mit 251 Tonnen Gold. Während bei der polnischen Notenbank primär geopolitische Erwägungen beim Ausbau der Goldreserven im Mittelpunkt stehen, sind es in der Türkei vor allem die hohe Inflation und die Bekämpfung der Währungskrise, die die Goldkäufe befeuern.