Gibt es einen für die industrielle Nutzung unverzichtbaren Stoff, der nicht schwächer, sondern stabiler wird, wenn man ihn durchlöchert? Ja, den gibt es tatsächlich, wie Forscher der Chinese Academy of Science in Peking herausfanden: Gold. Die Entdeckung dürfte nicht nur für zukünftige Entwicklungen in der Raumfahrt, sondern ebenso in der Automobilindustrie sowie in allen computergestützten Technologien von hohem Wert sein, denn dadurch werden ganz neue Anwendungen für das Edelmetall möglich. Gleichzeitig könnten bestehende industrielle Anwendungen nicht nur kostengünstiger, sondern auch deutlich umweltfreundlicher werden.
Superleichtes und superstabiles Gold: ein innovativer Ansatz
Wie die Fachzeitschrift „Science“ der American Association for the Advancement of Science berichtete, belegt eine neue Studie von chinesischen Wissenschaftlern die Möglichkeit, durch das Bohren von winzigen Löchern in pures Gold Poren zu schaffen, die das Edelmetall nicht nur leichter machen, sondern erstaunlicherweise sogar stärker und widerstandsfähiger. Dies widerlegt eine jahrhundertalte wissenschaftliche Überzeugung, dass Materialien – darunter eben auch Gold – instabiler werden, wenn sie Poren enthalten. Die Entdeckung ist für alle industriellen Anwendungsgebiete von Gold interessant. Sie dürfte heutige Zukunftstechnologien effektiv unterstützen und, wie die Website „Interesting Engineering“ meldete, weitere Innovationen ermöglichen.
Das neue Gold: deutlich effizienteres Recycling als Elektroschrott
Eine weitere Besonderheit der innovativen Goldbehandlung ist der Umstand, dass es sich dabei tatsächlich um reines Gold handelt. Eine aufwändige chemische oder biologische Trennung des Edelmetalls von anderen Stoffen, wie beim Urban Mining von Elektroschrott üblich, ist nicht notwendig. Das Recycling verläuft dadurch einfacher und vor allem klimafreundlicher als bisher – mit geringerer Belastung der Umwelt und einem niedrigeren CO2-Ausstoß.