Das hätte sich Kobe Philips nicht träumen lassen, als er seinen Ferienjob antrat. Im Haus der Hilfsorganisation CAW entdeckte der 18-jährige Student bei Renovierungsarbeiten eine Kiste, die nicht weniger als 49 Goldbarren sowie mehrere 1.000 Goldmünzen enthielt. Kurze Zeit später war Philips weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Dendermonde in Belgien bekannt. Die Frage, was er mit dem Fund mit einem aktuellen Wert von über 9 Mio. € anstellen möchte, stellt sich zurzeit allerdings nicht. Der Schatz ist nun in Gewahrsam der belgischen Polizei, die nach dem Besitzer des Goldes forscht.
2031 könnte das Glücksjahr für den ehrlichen Finder werden
Bei dem Gold handelt es sich nicht um einen historisch bedeutenden Fund, der sofort in Staatsbesitz wechseln würde, um möglicherweise in einem Museum ausgestellt zu werden. Daher gilt nach belgischem Recht folgende Regel, die übrigens ganz ähnlich auch in Deutschland angewandt wird: Wenn der Besitzer nicht ermittelt werden kann, geht der Goldschatz in fünf Jahren zu gleichen Teilen in den Besitz des Finders und des Grundstückseigners, auf dem die Kiste gefunden wurde. Die Hilfsorganisation und Kobe Philips dürfen also hoffen.
Eine Brauereifamilie, Kriminelle oder doch eine Stimme aus dem Jenseits?
Nach Angaben des Bürgermeisters von Dendermonde stammt der Goldschatz vermutlich aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine reiche Brauereifamilie könnte die Kiste damals eingemauert haben. Außerdem prüft die belgische Polizei mögliche Verbindungen zu Verbrechern, die ihre Beute verstecken wollten. Und natürlich erheben zahlreiche Zivilpersonen Anspruch auf den Goldfund – mit teilweise sehr skurrilen Begründungen. Die ungewöhnlichste ist wohl die eines Mannes, der sich plötzlich erinnerte, „in einem früheren Leben Gold versteckt zu haben".