In den letzten Tagen gab es immer wieder Rufe in den Medien, dass jener Teil der deutschen Goldreserven, die in den Tresoren der Fed in den USA liegen, schleunigst zurück nach Deutschland gebracht werden sollten, um sie vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Immerhin handelt es sich bei der eingelagerten Menge um 37 Prozent der Bundesbank-Goldreserven. Ob die Befürchtungen tatsächlich gerechtfertigt sind oder nicht, sei dahingestellt. Interessant ist aber auf jeden Fall die Frage, warum überhaupt ein so großer Teil der deutschen Goldreserven in den USA liegt. Für die härteste Währung aller Zeiten das historische Gründe.
Fast die Hälfte der deutschen Goldreserven lagern außerhalb Deutschlands
Mit 3.352 Tonnen sind die deutschen Goldreserven nach den US-Goldreserven die umfangreichsten der Welt. Davon lagern 1.236 Tonnen bei der US-Notenbank Fed in New York und weitere 405 Tonnen bei der Bank of England in London. Insgesamt macht das 48,95 Prozent des gesamten deutschen Reservegoldes aus. Früher lagerten außerdem noch deutsche Goldreserven bei der Banque de France in Paris. Diese wurden jedoch mit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung wieder nach Deutschland verbracht.
Der kalte Krieg und das deutsche Wirtschaftswunder
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Weltwährungssystem durch die Bindung des US-Dollars als Weltleitwährung an Gold stabilisiert, was dazu führte, dass alle Länder, die an diesem so genannten Bretton-Woods-System teilnahmen, Goldbestände aufbauen bzw. vergrößern mussten. Die deutschen Goldreserven in den USA entstanden in den 1950er und 1960er Jahren als Ausgleich für massive Leistungsbilanzüberschüsse während des Wirtschaftswunders. Aufgrund des Bretton-Woods-Abkommens zahlten andere Länder, insbesondere im Dollarraum, Exporte aus der Bundesrepublik in Gold oder Dollar. Diese Bestände wurden oft direkt in New York bei der Fed gelagert und verblieben nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems 1973 dort, was man angesichts des kalten Krieges als sicherer empfand als die Lagerung aller deutschen Goldreserven in der BRD. Ursprünglich lagerte übrigens noch mehr Bundesbankgold bei der Fed; eine Rückführung von 300 Tonnen von den USA nach Deutschland wurde 2017 abgeschlossen.