Die Zahl des Monats: 17 Tonnen Golderz

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Ausgehend von Schätzungen des US Geological Survey (USGS) standen Ende 2025 noch rund 60.000 Tonnen Gold zur Verfügung, die nach heutigem technologischem Stand ökonomisch sinnvoll abgebaut werden können. Bei einer jährlichen Förderquote von rund 4.000 Tonnen, was dem Durchschnitt der letzten Jahre entspricht, wäre ein Ende des Goldabbaus absehbar. Dies allein wäre Grund genug, Urban Mining, also das Recycling von Gold aus Elektroschrott, voranzutreiben. Ein weiterer Grund ist die im Vergleich zur Minenförderung sehr viel klima- und umweltverträglichere Produktion von Gold aus alten Smartphones, Tablets und PCs.

Eine Tonne Elektroschrott enthält mehr Gold als 17 Tonnen Golderz

Aus einer Tonne Elektroschrott können im Durchschnitt 400 Gramm Gold wiedergewonnen werden, 17-mal mehr als eine Tonne Golderz üblicherweise enthält – und diese müsste erst noch gefördert und das Gold daraus extrahiert werden. Lange wurde Gold aus Elektroschrott mit Hilfe chemischer Verfahren recycelt, die einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlassen als die Minenförderung. Heute werden zunehmend Molkenproteine eingesetzt, Abfallprodukte der Käseproduktion, die ein nahezu energieneutrales und vor allem völlig ungiftiges Urban Mining ermöglichen.

20 PC-Platinen beherbergen fast ein halbes Gramm Gold

In einem herkömmlichen PC sind zahlreiche Platinen verbaut – neben dem Motherboard, das alle Hauptkomponenten miteinander verbindet, gibt es kleinere Platinen, beispielsweise für Grafikkarte, Soundkarte, Arbeitsspeicher, SSDs, Netzwerkadapter und Netzteil. Jede dieser Platinen enthält Gold, manche sind sogar vollständig mit dem Edelmetall überzogen, um Oxidation zu verhindern und die darunterliegende Schicht aus Nickel und Kupfer zu schützen. So kann ein schrottreifer PC bis zu einem halben Gramm Gold enthalten – in der Regel mit einer Reinheit von 22 Karat. Aktueller Wert: 56 €. Der hohe Goldpreis wird den Bemühungen, Urban Mining voranzutreiben, zugutekommen. Nach Berechnungen von Metals Focus könnte der zurzeit noch einstellige Anteil von Urban Mining an der gesamten Goldproduktion bis 2030 rund 15 Prozent betragen.