Woche der Notenbanken

Marktkommentar Michael Blumenroth – 17.06.2022

Wöchentlicher Marktbericht

Eine seltene Aneinanderreihung von Notenbanktreffen gab es in dieser Woche. Innerhalb von 40 Stunden tagten die EZB im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung, die US-Notenbank Fed und die Währungshüter der Schweiz, Großbritanniens und Japans. Die EZB sah sich genötigt, auf den starken Renditeanstieg der Staatsanleihen besonders südeuropäischer Länder zu reagieren, der auf die reguläre Sitzung in der vergangenen Woche erfolgt war. Durch die Ankündigung neuer Instrumente und eine erneute Betonung hoher Flexibilität bei der Wiederanlage der Gelder fälliger Anleihen konnte die EZB den Renditeanstieg eindämmen.

Zinserhöhungen

Die Fed wiederum erhöhte die Leitzinsen wie in den vergangenen Tagen zunehmend erwartet worden war um 75 Basispunkte. Jerome Powell dämpfte jedoch etwas die Erwartungen, dass auch im Juli unbedingt ein weiterer Zinsschritt um 75 Basispunkte folgen müsse. Die Überraschung schlechthin war die Schweizerische Notenbank, welche die Leitzinsen völlig überraschend um 50 Basispunkte auf -0,25 Prozent anhob. Die Kollegen und Kolleginnen der Bank of England lieferten wie erwartet einen Zinsschritt in Höhe von 25 Basispunkten auf nun 1,25 Prozent, deuteten aber größere Zinsschritte für den Sommer recht deutlich an. 

Marktreaktionen

Infolge der dichten Abfolge der teilweise überraschenden geldpolitischen Entscheidungen kam es zu sehr starken Kursbewegungen an den Aktien- und Anleihemärkten. Selbst gewöhnlich nicht stark schwankende Währungspaare wie der Euro zum US-Dollar bewegten sich zeitweise recht heftig. Auch an den Rohstoffmärkten hatte der zeitweise deutlich aufwertende Kurs des US-Dollars eine preisdämpfende Wirkung, bis der Greenback gestern im Tagesverlauf dann doch ein ganzes Stück zurücksetzte. 

Goldpreisentwicklung

Der Goldpreis fand lange keine klare Richtung, stand aber aufgrund der neuen Höchststände der Renditen und des festen US-Dollars Mitte der Woche deutlich unter Druck. Gold notierte am Freitag vergangener Woche morgens bei 1.845 USD/Unze. Aufgrund eines zum Wochenschluss etwas schwächelnden US-Dollars stieg es zunächst an und startete bei 1.878 USD/Unze in die neue Woche. Das Einpreisen deutlicher Zinserhöhungen der Fed und der vorübergehend feste US-Dollar schickten den Goldpreis auf Talfahrt, die erst bei 1.805 USD/Unze endete. Im Anschluss an die Fed-Sitzung und insbesondere gestern aufgrund des abwertenden US-Dollars und sinkender Renditen erholte er sich zurück auf über 1.850 USD/Unze. Heute Morgen um 8 Uhr wird Gold wieder niedriger bei 1.845 USD/Unze umgesetzt – also exakt auf dem Niveau von vergangenem Freitag. 

Auch der Xetra-Gold-Preis schwankte im Wochenverlauf stark. Handelte Xetra-Gold am Freitag noch bei 55,90 €/Gramm und zum Wochenstart bei 57,20 €/Gramm, verbilligte es sich bis zum Mittwoch auf 55,65 €/Gramm. Gestern ging es retour bis auf 56,70 €/Gramm. Heute Morgen dürfte Xetra-Gold (Stand 8 Uhr) bei 56,45 €/Gramm notieren – hier wirkt sich im Vergleich zur Vorwoche der im Wochenverlauf etwas schwächere Kurs des Euros aus. 

Die Schwankungen an den Märkten sollten anhalten. Möglicherweise könnte das die Nachfrage nach Gold auf hohem Niveau halten.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein sonniges, nicht allzu heißes Wochenende.
 

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