Woche der Notenbanken bremst Gold etwas aus

Marktkommentar Michael Blumenroth – 20.12.2022

Wöchentlicher Marktbericht

In der vergangenen Woche liefen die Notenbanken noch einmal zu Höchstform auf. Zwar erfolgten die Zinsschritte im Allgemeinen so wie zuvor am Markt erwartet – sowohl die US-Notenbank Fed als auch die EZB sowie die Bank of England und die Schweizerische Nationalbank erhöhten ihre jeweiligen Leitzinsen um je 50 Basispunkte. Wichtiger war jedoch das „Drumherum“, nämlich die Statements bzw. Pressekonferenzen der Notenbanken. Hier unterstrich die Fed ihren Willen, weiterhin beherzt gegen zu hohe Inflationsraten vorgehen zu wollen, indem 17 von 19 Mitgliedern des Offenmarktausschusses angaben, einen Leitzins in Höhe von mindestens 5,00 Prozent für Ende 2023 zu erwarten. Und dies, obwohl die am Vortag veröffentlichen Daten zur Verbraucherpreisinflation im November mit 7,1 Prozent einen deutlichen Rückgang der Inflationsrate gegenüber dem Vormonat anzeigten. Fed-Gouverneur Jerome Powell betonte im Rahmen seiner Pressekonferenz wiederholt, dass die Fed noch einen langen Weg zurückzulegen habe, bis die Inflationsrate sich wieder auf dem Zielniveau der Fed in Höhe von 2,0 Prozent befinden werde.

EZB rechnet weiter mit Inflation über Zielniveau

EZB-Präsidentin Lagarde äußerte sich in ihrer Pressekonferenz im Anschluss an die EZB-Sitzung ähnlich. Hatten viele Marktteilnehmer erwartet, dass die EZB in Hinblick auf die möglichen Rezessionsgefahren für die Eurozone in diesem Winter eine weniger forsche zukünftige Geldpolitik ankündigen werde, schob Frau Lagarde dem einen Riegel vor. Sie betonte, dass die EZB auch 2023 voraussichtlich zusätzliche Zinsschritte in ähnlicher Größenordnung wie dieses Mal (also 0,50 Prozentpunkten) vornehmen müsse. Und auch sie erwähnte explizit, dass noch ein langer Weg bevorstünde, bis die Inflation wieder auf das Zielniveau der EZB zurückgekehrt sein werde. Hier wurden viele Marktakteure auf dem falschen Fuß erwischt. Der Euro stieg zunächst deutlich an, gab aber seine Gewinne trotz stark ansteigender Kapitalmarktzinsen in der Eurozone schnell wieder ab. Die Ratio dahinter: Viele Händler und Analysten preisen nun eine höhere Rezessions-Wahrscheinlichkeit ein, die – unter normalen Umständen – wiederum für eine höhere Nachfrage nach US-Dollar sorgen sollte.

Hatte der Goldpreis zunächst ordentlich zugelegt, gab er aufgrund des festeren US-Dollars danach nicht nur seine Gewinne wieder ab, sondern verlor sogar noch etwas mehr. Zu Wochenbeginn stabilisierte er sich aber wieder.

Gold rutscht unter die Marke von 1.800 US$

Notierte Gold am Donnerstag vorvergangener Woche noch bei 1.785 US$ pro Unze, sprang der Preis nach den US-Verbraucherpreisdaten rasant zwei Prozent aufwärts bis auf fast 1.825. Im Anschluss an die Notenbanksitzungen und die Ansagen hinsichtlich weiterer deutlicher Leitzinserhöhungen sowie dem wieder etwas festeren Kurs des US-Dollars purzelte der Goldpreis bis auf 1.774. Seitdem konnte er sich wieder etwas erholen und notiert heute (Dienstag-) Morgen um acht Uhr bei rund 1.795 US$ je Unze.

Der Xetra-Gold-Preis gab im Vergleich zum Donnerstag vor eineinhalb Wochen leicht nach, da der Euro im direkten Vergleich etwas fester notiert. Handelte Xetra-Gold zunächst noch bei 54,60 € pro Gramm und im Hoch während der üblichen Handelszeiten nach den US-Verbraucherpreisdaten bei 55,10, sank es im Anschluss an die Sitzung der EZB bis auf 53,40. Heute Morgen dürfte Xetra-Gold bei rund 54,45 in den Handel starten.

In der vorweihnachtlichen Woche dürften allmählich Positionen geschlossen werden, sodass starke Marktbewegungen überraschend wären.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich schon einmal ein schönes, friedliches und entspanntes Weihnachtfest.

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