Gold bejubelt die US-Inflationsdaten

Marktkommentar Michael Blumenroth – 11.11.2022

Wöchentlicher Marktbericht

Seit Beginn dieses Jahres waren die Termine, zu denen in den USA die Verbraucherpreisdaten veröffentlicht wurden, für Goldinvestoren eher Anlässe zum Fürchten. Ein Beruhigungstee oder Baldriantropfen mussten immer in Reichweite stehen. Dies änderte sich gestern, denn im Oktober lag die Inflationsrate in den USA überraschend niedriger als zuvor gedacht. Die Teuerungsrate fiel von 8,2 Prozent im September auf 7,7 Prozent (erwartet wurden 7,9 Prozent). Bemerkenswert war zudem die Entwicklung der Kerninflationsrate, die ebenfalls deutlicher als erwartet von 6,6 auf 6,3 Prozent zurücksetzte. Die US-Notenbanker dürften sich durch die Entwicklung in ihrem jüngst skizzierten Kurs eines Umschwenkens auf geringere Leitzinserhöhungen im Rahmen der kommenden Sitzungen bestätigt fühlen. Am Geldmarkt stieg gestern die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed um nur 50 anstatt um 75 Basispunkte im Dezember von 56 auf 85 Prozent.

Euro legt deutlich zu

Die Inflationsdaten lösten starke Marktbewegungen aus. Die Kurse der Aktienindizes sprangen nach oben, die Renditen der US-Staatsanleihen gaben über alle Laufzeiten hinweg nach – die der zweijährigen mehr als rund 0,25 Prozentpunkte. Auch die Terminal Rate, also der Leitzins, bei dem nach Meinung der Marktakteure am Geldmarkt der Zinserhöhungszyklus der Fed beendet sein dürfte, notierte um mehr als 20 Basispunkte niedriger bei aktuell 4,88 Prozent. Die Inflationsdaten hatten auch starke Bewegungen an den Währungsmärkten zur Folge. Der Euro notierte zum US-Dollar mehr als zwei Prozent fester, er stieg von rund €/US$ 0,9950 in der Spitze bis auf 1,0235. Auch die Goldpreise verteuerten sich in US-Dollar deutlich um mehr als 2,5 Prozent.

Aufwärtstrend für Gold in US-Dollar

Notierte Gold am Freitag vergangener Woche noch bei 1.648 US$ je Unze, robbte es sich bis Dienstagmittag bis auf 1.680 vor. Am Dienstagnachmittag sprangen die Preise plötzlich über die Marke von 1.700 – hier wurden scheinbar an den Terminmärkten Leerverkaufspositionen eingedeckt. Zudem war der US-Dollar unter Druck geraten. Zwei Tage hielt sich Gold tapfer über der Marke von 1.700, bis die Preise gestern im Anschluss an die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten bis auf 1.764 emporsprangen. Heute Morgen um kurz vor acht Uhr notiert es bei rund 1.757 US$ pro Unze.

Starker Euro dämpft Preisanstieg von Xetra-Gold

Der Xetra-Gold-Preis legt ebenfalls zu, wurde dabei durch den parallelen Anstieg des Euros jedoch etwas gebremst. Handelte Xetra-Gold am Freitag vergangener Woche morgens noch bei 54,15 € pro Gramm, fiel es aufgrund des stärkeren Euros bis auf 53,65 am Dienstagvormittag. Der starke Anstieg gestern zog die Preise dann auf ein Wochenhoch bei 55,40. Heute Morgen dürfte Xetra-Gold bei rund 55,30 in den Handel starten.

In den kommenden Tagen könnten die Märkte erst einmal etwas konsolidieren nach den starken Bewegungen gestern.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames Wochenende und für die Karnevalisten einen guten Start in die närrische Session. Ein dreifaches „Düsseldorf Helau“ ins Rheinland.

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