Erneut wird Gold in Euro so teuer umgesetzt wie noch nie zuvor

05.09.2019 - Marktkommentar

von Michael Blumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Aus Termingründen muss ich diese Woche bereits am Donnerstagmorgen zur Feder greifen. Die u.a. Daten beziehen sich also auf den Donnerstag.

Über Langeweile brauchen wir uns momentan an den Märkten nicht zu beklagen. Sowohl der Brexit als auch immer neue Rekorde an den Märkten für Rentenpapiere (bzw. neue Allzeittiefs bei den Marktzinsen/Renditen) hielten die Anleger in Atem.

Dabei überwogen zu Wochenbeginn – Montag war ein US-Feiertag – zunächst die Befürchtungen, dass es zu einem Brexit ohne Vertrag kommen könnte. Zudem traten am 1. September neue US-Zölle gegen China in Kraft, und es deutete nicht viel darauf hin, dass sich im Handelskonflikt etwas zum Positiven entwickelt. Schließlich sah es zu Beginn der Woche auch nicht annähernd nach einer Lösung der Konflikte in Hongkong aus. Hier könnte Gold also sicherlich mal wieder als sicherer Hafen nachgefragt worden sein.

Negativrenditen der Staatsanleihen weiter tonangebend

Hilfreich für die Goldpreise waren dabei zunächst auch die am Dienstag munter weiter zurückgehenden Renditen vieler Staatsanleihen. So rentierten z.B. zehnjährige Bundesanleihen mit fast minus 0,75 Prozent so tief wie niemals zuvor. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries fiel auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren (also vor der Wahl Donald Trumps). Die Renditen zehnjähriger italienischer Staatsanleihen fielen auf ein neues Rekordtief bei 0,8 Prozent. Weltweit werden aktuell Anleihen im Wert von circa 17 Billionen € zu negativen Renditen gehandelt.

Edelmetalle unter Anlegern gefragt

So weit, so normal. Was mich ehrlich gesagt etwas positiv überrascht hat, ist, dass der Goldpreis in US-Dollar betrachtet am Mittwochabend auf neue Sechseinhalb-Jahreshochs gestiegen ist, obwohl es gestern eine kleine Rallye an den Aktienmärkten und höhere Renditen für die Staatsanleihen gab. Dabei ist Gold nicht alleine auf dem Weg zu neuen zyklischen Hochs, sondern auch Silber, Platin und Palladium ziehen mit. Edelmetalle scheinen also momentan etwas im Fokus der Investorengemeinde zu sein.

In US-Dollar betrachtet handelte das Gold am Freitagvormittag vergangener Woche bei 1.530 $/Unze. Bis zum Dienstagnachmittag handelte das Gold auch weiter dort in der Nähe. Dies alles nach einem kleinen Rücksetzer auf 1.517 $/Unze am Freitagabend. Mit den purzelnden Renditen und einem im Tagesverlauf abschwächenden Wert des US-Dollar sprang Gold dann am Dienstagabend von 1.530 $/Unze auf 1.550 $/Unze und erzielte am Mittwochabend mit 1.557 $/Unze ein neues Sechseinhalbjahreshoch. Hier kam es dann möglicherweise zu Gewinnmitnahmen, so dass Gold am frühen Donnerstagmorgen etwas tiefer bei 1.546 $/Unze umgesetzt wird. Und somit nahezu exakt ein Prozent über dem Niveau vom vergangenen Freitag.

Der Euro handelte diese Woche gegen den US-Dollar am Dienstag auf einem neuen Zweijahres-Tief bei 1,0925 €/US$, konnte sich aber nach schwachen Konjunkturdaten aus den USA wieder über die Marke von 1,10 €/US$ erholen. Dabei erzielte Gold in Euro betrachtet am Dienstagnachmittag mit 1.413,50 €/Unze ein neues Allzeithoch.

Xetra-Gold am Dienstag auf neuem Allzeithoch

Von 44,60 €/Gramm am Freitagvormittag vergangener Woche kletterte der Preis von Xetra-Gold bis zum Dienstagnachmittag recht kontinuierlich aufwärts bis auf circa 45,45 €/Gramm – das neue Allzeithoch. Mit dem nun wieder etwas festeren Euro gab auch Xetra-Gold leicht nach. Heute Morgen sollte der Xetra-Gold-Preis bei circa 45,10 €/Gramm starten.

Der Goldpreis überrascht also insbesondere dadurch, dass er zu Beginn der Woche der Stärke des US-Dollar trotzen konnte, und im Verlauf der Woche der Erholung an den Aktienmärkten. Am morgigen Freitag gibt es den US-Arbeitsmarktbericht. In der kommenden Woche dürfte die EZB-Sitzung am 12. September im Fokus stehen, und in der darauffolgenden Woche die Sitzung der US-Notenbank am 18. September. Und natürlich dürfte jede Entwicklung im Handelskonflikt auf Interesse der Marktteilnehmer stoßen.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames, nicht allzu verregnetes Wochenende.

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