Der Goldpreis wartet auf neue Impulse – hält sich allerdings beachtlich

30.07.2019 - Marktkommentar

von Michael Blumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Nachdem der letzte Bericht aus dieser Feder urlaubsbedingt zwei Wochen her ist, werfen wir einen Blick zurück auf die vergangenen beiden Wochen.

Beeindruckend ist hier, dass sich der Goldpreis konstant über der Marke von 1.400 $/Unze gehalten hat und dass zwischenzeitlich am Abend des 18. Juli mit 1.453 $/Unze ein neues Sechsjahreshoch erzielt wurde.

Geopolitische Unsicherheiten veranlassen Anleger zur Vorsicht

Hier spielen mal wieder die üblichen Verdächtigen eine Rolle. Zum einen wurde Gold als sicherer Hafen nachgefragt. Sowohl Unsicherheit über den Konflikt mit dem Iran was den Öl-Tankerverkehr in der Straße von Hormus anbelangt, als auch das stagnierende Vorankommen in den Handelskonflikten der USA ebenso wie die möglicherweise gestiegene Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit nach dem Amtsantritt Boris Johnsons als britischer Premierminister sorgten dafür, dass viele Anleger Vorsicht walten ließen.

Bundesanleihen mit Rekordtiefs

Zudem setzen viele Investoren weiterhin auf neue geldpolitische Lockerungsübungen der Notenbanken. Hier war in der vergangenen Woche ja die EZB am Start, die neue Liquiditätsspritzen für den September in Aussicht stellte, was wiederum für neue zyklische Tiefs bei den Renditen/Marktzinsen europäischer Staatsanleihen sorgte. Für zehnjährige Bundesanleihen wurden mit minus 0,422 Prozent sogar neue Allzeitrekordtiefs vermeldet. Ende vergangener Woche notierten alle Bundesanliehen bis zu 20 Jahren Laufzeit negativ. Des Finanzministers Freud ist des zinshungrigen Investors Leid. Auch die Goldpreise, die in Konkurrenz zu den Zinsen sicherer Staatsanleihen stehen, profitieren wie schon oft erwähnt von niedrigeren Zinssätzen.

Hier dürfte besonders die US-Notenbank am Abend des 31. Juli im Fokus stehen: nach Erwartung nahezu aller Analysten wird sie die Leitzinsen voraussichtlich leicht senken. Im Sog der festen Goldpreise konnten übrigens in den vergangenen beiden Wochen auch Silber und Platin deutlich zulegen. 

Deutlicher Anstieg für Goldpreis in US-Dollar

In US-Dollar betrachtet handelte das Gold am Freitagvormittag vorvergangener Woche bei 1.410 $/Unze. Den größten Kursschub bekam das edelste aller Metalle dann vom 17. auf den 18. Juli – hier war u.a. das oben erwähnte Säbelrasseln am Golf von Hormus laut und deutlich zu vernehmen. Am 17. Juli fiel Gold nämlich am späten Vormittag auf sein Zwei-Wochen-Tief bei 1.400,25 $/Unze, nur um am späten Abend des nächsten Tages auf das Sechsjahreshoch von 1.453 $/Unze zu springen. Die Hochs und Tiefs der vergangenen beiden Wochen wurden also innerhalb von 36 Stunden erzielt. Spektakulär. Seitdem bewegt sich der Goldpreis etwas seitwärts zwischen 1.440 und 1.410 $/Unze – und überließ in der vergangenen Woche eher dem Silber die Show. Beim Schrieben dieser Zeilen am Abend des 29. Juli handelte Gold auch ziemlich in der Mitte dieser Handelsspanne bei 1.426 $/Unze.

Ähnliche Entwicklung für Gold in Euro

Nachdem Mario Draghi für die EZB weitere geldpolitische Maßnahmen ja nicht ausgeschlossen hatte, sondern eher für den September angekündigt hatte, fiel der Kurs des Euro gegen den US-Dollar am vergangenen Donnerstag auf ein Zweijahrestief bei 1,1101 €/$ – seitdem erholte er sich nur leicht. Im Großen und Ganzen geht es aber für dieses Währungspaar weiterhin seitwärts, so dass sich Xetra-Gold recht parallel zum Goldpreis in US-Dollar entwickelte. Von 40,20 €/Gramm am vorvergangenen Freitag bzw. 40,15 €/Gramm im Tagestief ging es am 17. Juli zunächst noch einmal gen Tiefs zurück, bevor am 18. Juli der Anstieg aufwärts begann, der sein Ende am 25. Juli, dem Tag der EZB-Sitzung, bei 41,48 €/Gramm fand. Dies war ebenfalls ein Sechsjahreshoch. Mit der leichten Erholung des Euro kam der Preis etwas zurück. Aktuell stehen wir bei zirka 41,00 €/Gramm.

In den nächsten Tagen gibt es eine Unmenge an wichtigen Konjunkturdaten – wie zum Beispiel den Verbraucherpreisen in Deutschland und der Entwicklung des BIPs der Eurozone. Wie schon erwähnt dürfte aber die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch im Mittelpunkt des Intereses stehen. Und hier besonders eventuelle Hinweise, wie oft die Fed in diesem Jahr an der Zinsschraube drehen könnte.

Mehr dazu am Freitag. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich bis dahin eine gute Zeit und viel Erfolg.

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